Landwirtschaft in und um Asien
Die asiatische Landwirtschaft besitzt eine sehr lange Tradition. Einige Funde von Knochen und Werkzeugen lassen den Schluss zu, dass die frühen Menschen besonders in den fruchtbaren Gebieten entlang der großen Flüsse wie Yangtse und Gelbem Fluss bereits vor mehr als 8000 Jahren Landwirtschaft betrieben haben. Vor allem Reis und Hirse wurden angebaut. Bis heute gilt der Reis als Hauptnahrungsmittel. Ebenfalls findet man eine verbreitete Oasen und Flussoasenkultur, neben Yangtse und Gelbem Fluss unter anderem auch an Indus und Euphrat. Traditionell wurden Werkzeuge früher vor allem aus dem über ganz Asien verbreiteten und leicht zu bearbeitenden Bambuspflanze hergestellt. Zum Teil werden diese auch heute noch verwendet.

Asien ist der flächenmäßig größte Kontinent der Erde und umfasst ca. 1/3 der gesamten Landmasse. Des weiteren hat er Anteil an sämtlichen Klimazonen, weshalb die unterschiedlichen Gebiete durch verschiedenste Formen der Landwirtschaft geprägt sind. So ist zum Beispel im Hochland von Tibet, ähnlich wie in Teilen Sibiriens, kaum Landwirtschaft möglich, da dieses aufgrund seiner hohen Lage und der umgebenden Gebirge Himalaya und Kunlun Shan klimatisch äußerst ungünstige Bedingungen aufweißt.

Besonders die steppenähnlichen Gebiete waren lange Zeit durch umherziehende Nomandenvölker und die damit verbundene Viehwirtschaft geprägt. Aus verschiedenen Gründen ist dies jedoch heute im gesamten asiatischen Raum stark rückläufig.

Durch ihre Ausbreitung weisen vor allem China und Indien in sich eine ähnlich große klimatische und landwirtschaftliche Vielfalt auf wie der gesamte Kontinent. Neben dem Reis, für dessen Anbau große Mengen an Wasser benötigt werden und der daher nur in klimatisch günstigen Gebieten angebaut werden kann, werden heute vor allem auch Hirse, Weizen, Ge-müse sowie Kokos- und Ölpalmen und Erdnüsse als Öl- und Fettlieferanten angebaut. In der Viezucht ist in weiten Teilen neben der Zucht der für den Reisanbau benötigten Wasserbüffel die Schweinezucht vorherrschend.

Umweltgefahren für die Landwirtschaft in Asien

Eines der größten Probleme Asiens sind die stetig schwindenden Regenwälder. In dieser Hin-sicht sieht sich der Kontinent mitlerweile ähnlichen Problemen gegenüber wie die Amazonasregion, welche oftmals als Sinnbild für den weltweiten Schwund der Regenwälder gilt. Über einen langen Zeitraum wurde Holz sogar aus Asien exportiert; Die letzten noch vorhandenen Wälder müssen, auch durch den allgemeinen Wirtschaftsboom zunehmend den verstärkt angelegten großflächigen Plantagen weichen.

Die starke Bewässerung in einigen Gebieten Vorder- und Innerasiens sowie der Arabischen Halbinsel führt zu einem zweiten großen Problem, der Bodenversalzung. Durch zum Teil übermäßige Bewässerung steigt der Grundwasserspiegel stark an, sodass ständig Wasser an die Oberfläche geleitet wird und dort verdunstet, wobei Mineralien und Salze auf dem Boden zurück bleiben und stellenweise massive Verkrustungen bilden können. Ein Bespiel ist hier der Aralsee, dessen Wassermenge in den letzten Jahren um 90% reduziert wurde. Gleichzeitig vervierfachte sich der Salzgehalt. Inzwischen gilt der See als ökologisch tot.

Ein anderes großes Problem wird durch die Versalzung großer Gebiete und damit durch zu extensive Bewässerung mitverursacht: Die Desertifikation, das heißt die Entstehung von wüstenähnlichen Bodenverhältnissen. Versalzung und damit auch Austrocknung des Bodens, Bodenabtragung durch Windböen oder Wasser sind die Hauptursachen.
Asien
Das Land der aufgehenden Sonne
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